Weitere psychische Folgen der LRS

Als Folge können sich mit der Zeit Angst und Vermeidungsreaktionen verschiedener Art herausbilden:

  • Angst und depressive Verstimmungen (Prüfungsängstlichkeit, soziale Angst und Isolation, Minderwertigkeitskomplexe, Selbstverurteilungen)
  • psychosomatische Symptome (Schlaflosigkeit, Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen im Kontext von Leistungsanforderungen)
  • Aufmerksamkeitsdefizite (inneres „Aussteigen“, Unkonzentriertheit, gedankliche Unbeweglichkeit, Müdigkeit, Unlust)
  • Kompensationsverhalten zur Abwehr der Selbstwahrnehmung als Versager (externes Attribuieren von Misserfolg; Klagen über Lehrer, sie ungerecht beurteilen; Demonstration von gelangweilt sein, Kompetenz und Angebertum)
  • oppositionelles Trotzverhalten (Lernverweigerung, Trotz, Störverhalten in der Klasse, kompensatorische Clownerien, Geschwisterrivalität, Konflikte mit Gleichaltrigen, konfliktbelastetes Üben mit den Eltern).

Aus der Wechselwirkung von Lernversagen und den Folgen in Emotionalität und Verhalten, kann der Kreislauf einer emotionalen Lern- und Leistungsstörung entstehen. Je nach individuell zur Verfügung stehenden Verarbeitungsmechanismen, kann sich eine psychoreaktive Sekundärsymptomatik unterschiedlicher Akzentuierung und Ausprägung entwickeln.

Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung ist deshalb nicht nur für den Schulerfolg wichtig, sondern hilft auch, das Entstehen dieser sog. Sekundärsymptomatik der LRS zu verhindern.