Unser therapeutisches Konzept

Unsere Kombinationstherapie bei Legasthenie

Unser Therapiekonzept basiert auf folgenden Grundlagen:

Das therapeutische Konzept hat Erkenntnisse der Linguistik, insbesondere der Phonetik und Phonologie, Modelle der Kognitions- und Wahrnehmungspsychologie sowie Methoden und Techniken aus der kognitiven Verhaltenstherapie (Training sozialer Kompetenzen, Reizkonfrontation, Problemlösungstechniken, Rückmeldungstechniken) integriert.

Lernstörungen im Bereich elementarer Kulturtechniken wirken in der sozialen Umwelt der betroffenen Kinder und Jugendlichen wie ein Stigma. Die fehlgeschlagenen Lernprozesse erscheinen als individuelle Abweichung von einer menschlichen Normalleistung und werden häufig mit Krankheit, Dummheit oder Faulheit assoziiert. Dieses Bild übt Rückwirkungen auf das Selbstkonzept der Betroffenen aus und beeinträchtigt sie zusätzlich. Der soziale Kontext von Rollenerwartungen, Wertungen und Interessen, in dem Personen eine Lernstörung entwickelt haben und bewältigen müssen, setzt die Prämissen einer Legasthenie-Therapie:

Angesichts der Verwobenheit von Entwicklungsdefiziten im Erwerb des Lesens und der Rechtschreibung mit denen der Emotionalität und des Verhaltens, erscheint es uns zwingend notwendig, die entwicklungs- und lerntherapeutische mit der psychotherapeutischen Arbeit zu einer Kombinationstherapie zu verbinden. Die z.T. bis heute praktizierte Trennung beider Interventionen in zeitlich parallele oder zeitlich folgende Interventionen ist nach unserer Erfahrung erstens unökonomisch, insofern zusätzliche Transferprobleme für die psychotherapeutischen Fortschritte in Lernrealität, die getrennt von der Therapieerfahrung existieren, bestehen. Zweitens wird die Chance nicht genutzt, durch die entwicklungstherapeutisch angepasste Neugestaltung des Lernprozesses die psychodynamisch an ihn geknüpften emotionalen Fehlentwicklungen zu verändern.